Bericht aus der Generalversammlung der Genossenschaft Menschlich Wirtschaften eG
Wie sehr das Thema Krieg und Frieden die Mitglieder von Menschlich Wirtschaften beschäftigt, wurde während der Generalversammlung der Genossenschaft deutlich. Jens Fischer Rodrian, Autor und Musiker und im Beirat aktiv, stellte die aktuellen Bemühungen der Aktion Friedensnoten vor. Die in der Initiative vertretenen Künstler und Musiker planen für Ende Juli eine Neuausgabe der Internetseite (friedensnoten.de) mit einer neuen Kategorie. Unter dem Titel „Friedensnoten unteilbar“ soll von jeder Partei, die im Bundestag oder in den Landtagen vertreten ist, ein Politiker einen Friedens-Song auswählen und dazu einen Text schreiben.
Der Text könnte dann auf der Plattform Manova erscheinen und als gesprochene Worte bei Radio München gesendet werden. „Unsere Idee ist, die Brandmauer einzureißen. Wir wollen Parteienvertreter finden, denen es egal ist, ob Politiker der AfD oder der Linken mitmachen“, erklärte Jens Fischer Rodrian auf der Mitgliederversammlung, die Ende Juni als Online-Veranstaltung organisiert wurde. Von den knapp 30 Teilnehmern kam jede Menge Zustimmung. „Super Idee“ und „Danke für Euer Engagement“ hieß es vielfach in den Kommentaren.
Viel Beachtung in den alternativen Medien findet mittlerweile das Wanderjahrprojekt. Vorstandsmitglied Sabine Gläser, die wie ihre Kollegen Henryk Mioskowski und Ines Dietrich mit großer Mehrheit bestätigt wurde, berichtete mit Clara Maria Brunner unter anderem von einem breit geteilten Video des Earth-Living-Netzwerks. Darin erzählt einer der Wanderlinge von seinen Eindrücken und Begegnungen während seiner Aufenthalte in verschiedenen Wanderorten. „Wir haben jetzt 40 Wanderorte in Deutschland und Europa“, sagte Sabine. Für die Finanzierung des Wanderjahrprojektes will die Initiative auch auf Stiftungen zugehen.
Neuer Fonds für Initiativen: Mitglieder können über Verwendung von Genossenschaftsgeldern bestimmen
Thomas Brunner stellte die Idee eines Assoziations-Fonds vor. Es geht um Gelder, die der Genossenschaft zur Verfügung stehen, durch Unternehmungen erwirtschaftet oder als Spenden angenommen werden. Ein zu bestimmender Anteil, zum Beispiel ein Viertel, könnte durch eine Form der Selbstverwaltung durch die Mitglieder selbst verwendet werden. An zwei Stichtagen im Jahr kann jedes Genossenschaftsmitglied eine Initiative einbringen. Die Mitglieder können dann den einzelnen Initiativen Beträge zuweisen.
Die Idee kommt gut an: Bei einer Abstimmung über das weitere Vorgehen stimmte die Versammlung einmütig für eine weitere Ausarbeitung des Projekts. Zudem wird auf Anregung von Teilnehmerin Elisabeth Leipholz das Thema inklusive der Fragestellungen allen Genossenschaftsmitgliedern unterbreitet – etwa über den Newsletter.
Vernetzung und Kooperationen entwickeln sich weiter
Laut den Berichten und Rückblicken auf das vergangene Jahr ist in Sachen Vernetzung und Kooperation viel passiert. Jens Fischer Rodrian stellte das „Schaufenster“ als neuen Online-Genossenschaftsladen vor, der bei der Einrichtung vom Wanderling Hendryk Dohm stark unterstützt wurde. Oliver Schindler vom Radio Berliner Morgenröte (RBM), der auch die Menschliche Werte Medien mit den Guten Nachrichten und der Online-Zeitung betreibt, berichtete von einem neuen Format: In Zusammenarbeit mit Ulrich Gausmann erscheinen bei RBM „Gausmanns Reale Utopien“. Zuvor stellte Gausmann die „Utopie-Akademie“ vor, dort geht es unter anderem um ein nicht zensierbares, eigenes Internet.
Rückblick Genossenschaftstreffen Juni 2026 in Betheln
Vernetzung und Austausch war auch zentrales Thema beim Genossenschaftstreffen am ersten Juni-Wochenende in Betheln (mit Zugang auf die Mitgliederplattform nur für Mitglieder der Genossenschaft und Netzwerkmitglieder). Kooperationen wurden unter anderem mit der Gesundheitsplattform Valdesana sowie der selbstverwalteten Gesundheitsabsicherung SOLIDAGO ausgebaut. Thema in Betheln war auch die weitere Unterstützung für die Vortragsarbeit der Genossenschaft-Akademie. „Dazu sind auf dem Genossenschaftstreffen erste Kontakte entstanden. Die Akademie ist auch eine gute Werbung für die Genossenschaft“, erklärte Vorstandsmitglied Wolfgang Huß.
Vom Treffen in Betheln gibt es viele positive Rückmeldungen. Konni Henke, die seit Gründung bei Menschlich Wirtschaften aktiv ist, zeigte sich begeistert von den vielen und vor allem realen Begegnungen.
„Das war einfach fantastisch und herzerfüllend. Sich in Präsenz zu treffen ist so wichtig für uns und das weitere Miteinander“, sagte Konni.
Von Sven Tietgen
Bildquellen:
Beitragsbild Videokonferenz: unsplash @bluestonex
Bilder vom Genossenschaftstreffen: eigene Aufnahmen vom Vorstand und von Mitgliedern der Genossenschaft Menschlich Wirtschaften eG













